Der Mensch versichert sein Auto, sein Gebiss und gelegentlich eine Reise, die er besser gar nicht gebucht hätte. Nur seine Familienfotos, seine Briefe und die Steuerunterlagen der letzten zwölf Jahre vertraut er einem kleinen elektronischen Gerät an, das schon beim Einschalten Geräusche macht wie ein nervöser Staubsauger. „Wird schon gutgehen“, sagt er. Ein schöner Satz. Als Datensicherung leider ungeeignet.
In unserer PCDOKTOR-Werkstatt gehört das Backup deshalb zu den Themen, über die wir regelmäßig sprechen. Ich erkläre, weshalb man eines braucht, wie man es macht und was passiert, wenn man keines hat. Mein Gegenüber nickt verständnisvoll. Manchmal ist es das Nicken eines Menschen, der morgen eine Sicherung einrichten wird. Manchmal auch nur das eines Menschen, der möchte, dass ich endlich aufhöre.
„Ja, das müsste ich wirklich mal machen.“
Das Backup wohnt offenbar in derselben Gegend wie die Patientenverfügung und der aufgeräumte Keller: im schönen, weit entfernten Land Irgendwann.
Kuba ist schön. Ohne Telefonnummern etwas einsam.
Eine Freundin flog nach Kuba. Nach drei Tagen war ihr Handy verschwunden. Mit ihm fehlten plötzlich die vertrauten Wege zu anderen Menschen: Telefonnummern, Nachrichten, gespeicherte Informationen. Was vorher selbstverständlich in der Hosentasche steckte, war nun ein Organisationsproblem unter Palmen.
Ob man dagegen nicht eine Versicherung abschließen könne, fragte sie.
Eine Versicherung kann unter bestimmten Bedingungen den finanziellen Schaden ersetzen. Sie kennt aber nicht die Telefonnummer Ihrer Freundin und besitzt auch kein heimliches Duplikat Ihrer Urlaubsbilder. Dafür braucht es eine vorher eingerichtete Sicherung – oder, bei Kontakten, eine funktionierende Synchronisierung mit einem Konto, auf das man auch ohne das verlorene Handy zugreifen kann.
Das sollte man vor der Reise prüfen. Hinterher ist die Beratung erfahrungsgemäß lebhafter, aber weniger ergiebig.
Der Professor und die begabten jungen Leute
Dann war da der Professor aus Wien. Sein Rechner war von Studenten zusammengestellt worden: hervorragende Teile, reichlich Leistung, alles sehr beeindruckend. Ein technisches Schmuckstück. Nur eine Datensicherung hatte niemand eingerichtet.
Man hatte gewissermaßen einen Ozeandampfer gebaut und die Rettungsboote wegen der schönen Linienführung weggelassen.
Dann kam der falsche Klick. Eine Erpressungssoftware verschlüsselte die Dateien, und aus dem leistungsfähigen Computer wurde ein leistungsfähiger Computer mit unlesbaren Daten.
Der Professor hoffte auf eine Reparatur in fünf Minuten. Das kann ich verstehen. Ich hätte ihm gern geholfen. Nur bin ich weder Rumpelstilzchen noch im Besitz eines Generalschlüssels für verschlüsselte Dateien. Ob sich in solchen Fällen noch etwas retten lässt, hängt vom konkreten Angriff ab. Versprechen kann man es nicht.
Mit einer brauchbaren, vom Angriff nicht betroffenen Sicherung wäre die Lage eine andere gewesen: Rechner bereinigen oder neu aufsetzen, Daten zurückholen, weiterarbeiten. Auch das kostet Zeit. Aber zwischen einer Unterbrechung und dem Verlust jahrelanger Arbeit liegt ein beträchtlicher Unterschied.
Der Enkel kann alles. Hoffentlich auch sichern.
„Mein Enkel kennt sich wunderbar mit Computern aus“, höre ich oft. Das freut mich. Wir brauchen Nachwuchs.
Nur sagt die Fähigkeit, einen schnellen Rechner zusammenzubauen, noch nichts darüber aus, ob jemand auch an dessen Sicherung denkt. Das gilt übrigens für jedes Lebensalter. Wer bisher keinen größeren Datenverlust erlebt hat, hält einen funktionierenden Computer leicht für einen dauerhaften Zustand.
Bis das Notebook kurz vor der Abgabe einer Abschlussarbeit nicht mehr startet.
Dann steht gelegentlich die Mutter in unserer PCDOKTOR-Werkstatt, mit dem Gerät unterm Arm und einer Sorge im Gesicht, die der Nachwuchs offenbar mit ausgelagert hat. Nun soll die Arbeit gerettet werden, möglichst sofort.
Manchmal gelingt das. Manchmal wird es aufwendig und teuer. Und manchmal sind Daten verloren. Eine fehlende Sicherung lässt sich leider nicht rückwirkend anlegen, auch wenn der Abgabetermin noch so überzeugend vorgetragen wird.
Ein Backup darf langweilig sein
Ein Backup ist eine zusätzliche Kopie Ihrer wichtigen Daten, die Sie im Ernstfall wiederherstellen können. Eine zweite Datei auf derselben Festplatte hilft wenig, wenn diese Festplatte ausfällt. Und eine externe Sicherungsplatte, die ständig am Computer hängt, kann bei einem Schadsoftwareangriff ebenfalls betroffen sein.
Für viele private Haushalte ist eine externe Festplatte ein guter Anfang. Entscheidend ist allerdings, dass sie regelmäßig benutzt wird. Nach der Sicherung sollte sie sicher getrennt und abgezogen werden. Besonders wichtige Daten verdienen eine weitere Kopie an einem anderen Ort.
Wie oft gesichert werden muss, lässt sich mit einer einfachen Frage beantworten: Wie viel Arbeit könnten Sie verschmerzen, wenn sie morgen verschwunden wäre? Wer täglich an einem wichtigen Dokument arbeitet, braucht häufiger eine Sicherung als jemand, der gelegentlich einen Brief schreibt. Einmal im Monat klingt ordentlich. Für die Arbeit der vergangenen vier Wochen ist es trotzdem zu selten.
Automatische Sicherungen erleichtern vieles. Gelegentlich sollte man dennoch nachsehen, ob sie tatsächlich laufen, und probeweise eine Datei wiederherstellen. Eine Fehlermeldung, die seit Weihnachten unbeachtet auf dem Bildschirm steht, ist noch kein Sicherungskonzept.
Die Versicherung, die Ihre Erinnerungen zurückbringt
Ein Backup ist wie eine Versicherung: Man kümmert sich darum, solange alles in Ordnung ist, und hofft, es nie zu brauchen. Allerdings kann diese Vorsorge etwas, das eine gewöhnliche Versicherung selten schafft: Sie kann Ihnen Ihre eigenen Bilder, Texte und Unterlagen zurückgeben.
Dazu passt unsere kleine Werkstattweisheit: Wer ein Backup macht, dem passiert nichts.
Das ist selbstverständlich keine technische Garantie. Auch mit Sicherung kann ein Gerät kaputtgehen. Aber ein Defekt verliert viel von seinem Schrecken, wenn die Daten noch vorhanden sind. Vielleicht wirkt das auf Außenstehende wie Glück. Wir nennen es Vorbereitung.
Und wenn Sie nicht wissen, wie Sie anfangen sollen: Fragen Sie PCDOKTOR.de. Wir helfen Ihnen, eine Sicherung einzurichten, die zu Ihren Geräten und Ihrem Alltag passt.
Am besten, solange Sie noch sagen können: „Eigentlich läuft alles.“
