Rundum geschützt. Nur die Daten sind weg.

Über teure Schutzversprechen, Druckerpatronen für die Ewigkeit und die erstaunliche Fähigkeit, ausgerechnet die wichtigste Vorsorge auf morgen zu verschieben.

Die Angst hat eine Kundennummer

Der vernünftige Mensch schließt seine Wohnung ab, bevor er das Haus verlässt. Der Computernutzer schließt erst einmal ein Abonnement ab. Dann noch eines, weil das erste offenbar nicht alles schützt, und schließlich ein drittes, das verspricht, die Lücken der beiden anderen zu schließen. Am Ende ist der Rechner umfassend versorgt und der Besitzer ein wenig ärmer. Das beruhigt. Was so viel kostet, muss schließlich helfen.

Auf dem Bildschirm leuchten grüne Häkchen. Daneben meldet ein Programm bedrohliche Probleme, die sich gegen einen überschaubaren Aufpreis beseitigen lassen. Der Aufpreis ist immer überschaubar. Erst die Summe wird unübersichtlich.

Man bezahlt also weiter. Für Sicherheit, für Sauberkeit, für Geschwindigkeit und irgendwann vermutlich dafür, dass der Mauszeiger nachts nicht friert.

Ein grünes Häkchen ist keine Lebensversicherung

Damit wir uns richtig verstehen: Seriöser Virenschutz hat seinen Zweck. Aber nicht jedes zusätzliche Schutzpaket ist nötig, und nicht jede dramatische Warnung beschreibt eine wirkliche Gefahr. Manche Meldungen sollen vor allem eines auslösen: den nächsten Kauf.

Besonders dreist sind gefälschte Virenwarnungen, die im Browser auftauchen und sich als amtliche Diagnose verkleiden. Da wird mit Alarmfarben und Ausrufezeichen gearbeitet, als stünde der Computer bereits in Flammen. Die angebliche Rettung ist dann praktischerweise nur einen Anruf oder eine Zahlung entfernt.

Doch selbst ein guter Virenschutz kann keine Wunder vollbringen. Er ersetzt weder Vorsicht noch Datensicherung. Er holt keine versehentlich gelöschten Urlaubsbilder zurück, repariert keine ausgefallene Festplatte und beschafft auch nicht das Notebook wieder, das im Zug liegen geblieben ist.

Wer Schutzsoftware kauft und deshalb auf ein Backup verzichtet, hat eine Alarmanlage bestellt und beschlossen, dass das Haus nun nicht mehr abbrennen kann.

Der Treiber wird’s schon richten

Zum Sicherheitsabo gesellt sich gern ein Driver Updater. Der findet veraltete Treiber in einer Menge, die vermuten lässt, der Rechner sei bei einer Ausgrabung geborgen worden. Ein Klick, verspricht das Programm, und alles wird besser.

Das klingt praktisch. Endlich kann man sich den Fachmann sparen. Wozu jemanden fragen, der erst einmal wissen möchte, was überhaupt nicht funktioniert, wenn eine Software bereits siebenundzwanzig Antworten parat hat?

Ein Treiber ist allerdings kein Frischzellenmittel. Er sorgt dafür, dass Windows mit einem Gerät zusammenarbeiten kann. Ein passendes Update kann wichtig sein und konkrete Fehler beheben. Aber „neuer“ bedeutet nicht automatisch „mein ganzer Computer wird besser“.

Microsoft empfiehlt Windows Update als bevorzugten Weg für Treiberupdates; falls nötig, kommen passende Treiber direkt vom Gerätehersteller. Für die meisten Geräte liefert Windows Update bereits automatisch Treiber. genui{„citation“:{„ref“:“turn0search0″}}

Ein zusätzlicher Updater ersetzt jedenfalls keine Diagnose. Und er sichert kein einziges Familienfoto, nur weil er der Grafikkarte einen neuen Treiber verpasst.

Cyan, Magenta und die Vorbereitung auf das Ende der Welt

Während die Familienfotos nur ein einziges Mal existieren, befinden sich die Druckerpatronen bereits in der dritten Verteidigungslinie. Im Schrank liegt Schwarz. Dahinter liegt noch mehr Schwarz. Cyan und Magenta sind ebenfalls ausreichend vertreten, falls die Versorgungslage einmal zusammenbricht und man dringend einen farbigen Geburtstagsgruß ausdrucken muss.

Das ist keine Jagd nach Sonderangeboten. Das ist die Hamstermentalität in ihrer technischen Ausführung: Lieber genug Patronen bis zum nächsten Krieg als einmal vor einem leeren Drucker stehen.

Der Wunsch dahinter ist verständlich. Man möchte vorbereitet sein. Man möchte nicht abhängig sein. Man möchte die Schublade aufziehen und feststellen: Es ist noch etwas da.

Leider hält sich der Drucker nicht an diesen Vorsorgeplan. Irgendwann gibt er den Geist auf, und sein Nachfolger benötigt andere Patronen. Dann bleibt ein kleiner Tintenfriedhof zurück, originalverpackt und für Aufgaben gerüstet, die niemand mehr stellen wird.

Die Patronen haben Reserven. Die Familiengeschichte nicht.

Das Backup machen wir morgen

Fragt man nach einer Datensicherung, wird es stiller.

„Die Bilder sind doch auf dem Rechner.“

Ja. Genau dort sind sie. Und nur dort.

„Der ist noch ziemlich neu.“

Das freut uns für den Rechner. Eine zweite Kopie entsteht dadurch nicht.

„Bisher ist nie etwas passiert.“

Das ist ein erfreulicher Rückblick. Als Vorsorge taugt er wenig.

Beim Backup beginnt plötzlich jene Sparsamkeit, die beim Kauf des fünften Schutzpakets noch nicht zu beobachten war. Eine externe Festplatte? Muss das sein? Die Einrichtung? Vielleicht nächsten Monat. Eine regelmäßige Sicherung? Man hat schließlich auch noch andere Dinge zu tun.

Und so wird aus morgen nächste Woche, aus nächste Woche irgendwann und aus irgendwann jener Vormittag, an dem der Computer nicht mehr startet.

Wenn aus Dateien Erinnerungen werden

Bis dahin sind es Dateien. Ein paar Ordner, etwas Papierkram, Fotos mit merkwürdigen Namen.

Danach sind es die Bilder der verstorbenen Frau. Die ersten Schritte des Enkels. Die Reise, die man nicht noch einmal machen wird. Briefe, die niemand ein zweites Mal schreiben kann.

In unserer PCDOKTOR-Werkstatt hören wir dann den Satz: „Alles andere ist egal. Hauptsache, die Bilder sind noch da.“

Das verstehen wir. Nur wäre es gut gewesen, diesen Satz schon auszusprechen, als die Bilder noch mühelos zu kopieren waren.

Eine Datenrettung kann gelingen. Sie kann aufwendig und teuer werden. Sie kann auch scheitern. Ein Backup braucht dieses Drama nicht: Es muss vorher eingerichtet werden und im entscheidenden Moment funktionieren.

Die Versicherung für das halbe Leben

Ein Backup ist wie eine Versicherung: Man hofft, sie nie zu brauchen, und ist im Ernstfall froh, rechtzeitig vorgesorgt zu haben. Nur dass eine Versicherung meist Geld ersetzt, während eine Datensicherung etwas zurückbringen kann, das mit Geld nicht zu bezahlen ist: Erinnerungen, Briefe, die eigene Geschichte.

Die Festplatte darf kaputtgehen. Das Notebook darf seinen Dienst quittieren. Ärgerlich bleibt es trotzdem, aber mit einer verlässlichen Sicherung muss man nicht auch noch um die einzige Kopie seiner Familienbilder bangen. Genau daraus entsteht ein gutes Gefühl: Man hat tatsächlich vorgesorgt, statt nur für beruhigende Versprechen zu bezahlen.

Und dann gibt es noch die esoterische Weisheit der Computervorsorge: Wer regelmäßig ein Backup macht, dem passiert nichts. Erst wenn man es unterlässt, droht das Desaster. Der Computer scheint das zu wissen. Jahrelang benimmt er sich tadellos, und ausgerechnet dann, wenn man denkt „Die Sicherung kann ich mir heute sparen“, entwickelt er einen ausgeprägten Sinn für Dramatik.

Natürlich hält eine Datensicherung keinen Defekt auf. Aber sie kann ihm den Schrecken nehmen. Mit Backup ist eine kaputte Festplatte ein technisches Problem. Ohne Backup kann sie eine persönliche Katastrophe sein. So viel handfeste Vernunft darf selbst in einer esoterischen Weisheit stecken.

Vorsorge darf langweilig sein

Eine vernünftige Datensicherung macht wenig Theater. Sie meldet nicht täglich, dass Sie in höchster Gefahr schweben. Sie braucht keinen Totenkopf und keine Sonderaktion, die in zwölf Minuten endet.

Sie erstellt zusätzliche Kopien Ihrer wichtigen Daten – regelmäßig, möglichst automatisch und so, dass ein einzelner Defekt nicht gleich alles vernichtet.

Dazu gehört auch eine Kopie, die vom Rechner getrennt oder an einem anderen Ort aufbewahrt wird. Eine Sicherungsplatte, die ständig angeschlossen ist, kann bei einem Angriff ebenfalls betroffen sein. Und gelegentlich muss geprüft werden, ob sich die gesicherten Dateien tatsächlich wiederherstellen lassen.

Das ist weniger aufregend als ein neues Schutzpaket. Aber die Vorstellung, nach einem Defekt die eigenen Bilder wieder öffnen zu können, beruhigt nachhaltiger als ein blinkendes Schild mit der Aufschrift „Alles sicher“.

Der PC braucht keinen Zauberer

Manchmal besteht kompetente Hilfe darin, von einem weiteren Kauf abzuraten. Kein neues Wundermittel, kein zusätzliches Abo, kein Rundumschlag durch sämtliche Treiber. Sondern zunächst die schlichte Frage: Sind Ihre wichtigen Daten gesichert?

Danach lässt sich gezielt prüfen, was der Rechner tatsächlich braucht. Gelegentliche Inspektionen per Fernwartung können helfen, unnötige Autostartprogramme, ausstehende Updates und auffällige Meldungen zu erkennen. Auch die Datensicherung gehört auf den Prüfstand: Läuft sie noch? Was wird gesichert? Lassen sich Dateien wiederherstellen?

Nicht jeder Fehler lässt sich aus der Ferne lösen. Aber viele Fragen lassen sich klären, bevor man das nächste Programm kauft, das einem erst Probleme bescheinigt und anschließend deren kostenpflichtige Beseitigung anbietet.

PCDOKTOR.de hilft Ihnen bei einer Datensicherung, die zu Ihrem Alltag passt, und bei gezielten Kontrollen per Fernwartung. Das klingt weniger spektakulär als „Maximaler Schutz in Echtzeit“. Es hat dafür einen entscheidenden Vorteil: Man weiß, was gemacht wird und wofür.

Lieber doppelte Erinnerungen als dreifache Patronen

Wir Menschen sind merkwürdige Vorsorger. Wir horten, was man nachkaufen kann, und vernachlässigen, was unwiederbringlich ist. Für Tinte finden wir einen Schrank, für Schutzversprechen die Kreditkarte und für die einzige Kopie unseres halben Lebens den guten Vorsatz.

Vielleicht sollten wir die Reihenfolge ändern.

Ein bisschen weniger Geld für große Versprechen. Ein paar Patronen weniger im Regal. Dafür eine verlässliche Datensicherung.

Dann darf der Computer eines Tages kaputtgehen. Es wird immer noch ärgerlich sein. Aber es wird keine Familiengeschichte mit ihm untergehen.