Der Mensch sorgt vor. Das unterscheidet ihn vom Leichtsinnigen und verbindet ihn mit dem Hamster, wobei der Hamster immerhin Dinge einlagert, die er essen kann. Der Mensch dagegen legt sich sechs Sätze Druckerpatronen in den Schrank. Nicht, weil er morgen hundert Briefe schreiben möchte. Sondern weil man nie weiß, was kommt.

Eine leere Patrone, ein geschlossener Laden, der nächste Krieg. Man möchte vorbereitet sein.

Gerade ältere Kunden kennen dieses Bedürfnis nach Sicherheit. Wer erlebt hat, dass etwas fehlte, wartet ungern darauf, dass es wieder fehlt. Was man im Schrank hat, hat man im Schrank. Das ist eine verständliche Haltung. Nur hat der Drucker bei dieser Lebensplanung nicht mit unterschrieben.

Beruhigender Vorrat, ungewisse Zukunft

Da stehen sie nun, die kleinen Schachteln. Schwarz, Cyan, Magenta, Gelb. Ordentlich aufgereiht neben den Bedienungsanleitungen längst verstorbener Geräte. Für die Zukunft ist gesorgt, jedenfalls für deren farbigen Teil.

Und dann gibt der Drucker seinen Geist auf.

In der Werkstatt stellt sich heraus: Eine Reparatur lohnt sich nicht mehr. Der Kunde nickt, denkt an ein neues Gerät und sagt dann den Satz, den wir beim PCDOKTOR nur zu gut kennen:

„Aber ich habe doch noch so viele Patronen.“

Das ist der Augenblick, in dem aus einem beruhigenden Vorrat ein ziemlich beunruhigender Warenbestand wird.

Druckerpatronen kosten ordentlich Geld. Wer mehrere vollständige Sätze einlagert, bindet dieses Geld an die Hoffnung, dass sein Drucker lange genug durchhält. Tut er das nicht, können die unbenutzten Patronen für ihn auf einen Schlag wertlos werden.

Die Schachteln sind noch voll. Der Plan ist hinüber.

Der Hersteller hat inzwischen andere Patronen

Nun könnte man meinen: Kaufe ich eben wieder einen Drucker derselben Marke. Dann wird das schon passen.

Leider ist Markentreue keine Garantie für Patronentreue. Die Hersteller bringen neue Modelle auf den Markt und ändern dabei immer wieder die Patronentypen. Das ist eine Entscheidung bei der Entwicklung der Geräte. Warum welche Patrone geändert wird, hilft dem Kunden mit seinem vollen Schrank allerdings wenig.

Ob nach zwei Jahren oder bei einem anderen Modellwechsel: Benötigt der neue Drucker einen anderen Patronentyp, passen die alten Vorräte nicht mehr. Derselbe Hersteller, dieselbe Aufgabe, andere Schachteln.

Der Kunde wollte für die Zukunft vorsorgen. Der Hersteller hat inzwischen eine andere Zukunft im Programm.

Ein alter Drucker für die übrig gebliebene Tinte?

Jetzt beginnt die Suche im Internet. Irgendwo muss es doch noch genau diesen Drucker geben. Gebraucht, günstig, angeblich kaum benutzt.

Und plötzlich sucht man keinen Drucker mehr, der zu den eigenen Bedürfnissen passt. Man sucht einen, der zu den Vorräten passt.

Das kann gut gehen. Es kann aber auch den nächsten Reparaturfall ins Haus bringen. Ein gebrauchtes Gerät desselben Modells ist schließlich ebenfalls älter geworden, und die Beschreibung „hat bis zuletzt funktioniert“ sagt vor allem eines: Bis zuletzt.

Bei Tintenstrahldruckern können Probleme mit dem Druckkopf eine Reparatur unwirtschaftlich machen. Bei Laserdruckern können beispielsweise Kosten für eine verschlissene Fixiereinheit oder Bildtrommel entstehen. Ein alter Drucker wird durch den Besitzerwechsel weder jünger noch besser.

Ein geprüftes Gebrauchtgerät kann sinnvoll sein. Aber nur deshalb irgendeinen betagten Drucker aus dem Netz zu kaufen, weil noch Patronen herumliegen, kann bedeuten, dem bereits ausgegebenen Geld weiteres hinterherzuschicken.

Dann hat man zwei Sorgen versorgt.

Auch die Preise können mitreifen

Als wäre das nicht genug, können Patronen für ältere Geräte im Laufe der Zeit auch teurer werden. Der Drucker hat längst ein paar Macken, seine Tinte dagegen entwickelt vornehme Ansprüche.

Steigende Preise machen den Gedanken an einen größeren Vorrat natürlich verlockend. Doch auch eine teurer gewordene Patrone ist kein guter Vorratskauf, wenn ihr Drucker bald darauf den Dienst quittiert.

Die Tinte hält ihm die Treue. Er ihr womöglich nicht.

Ein kleiner Vorrat genügt

PCDOKTOR empfiehlt: Legen Sie höchstens ein bis zwei vollständige Patronensätze auf Vorrat – und auch das nur, wenn Sie entsprechend viel drucken. Wer selten druckt, braucht meist weniger Reserve.

Das Sicherheitsgefühl verstehen wir gut. Niemand möchte am Sonntagabend vor einem wichtigen Brief sitzen und feststellen, dass Schwarz gerade nicht mehr stattfindet. Dafür genügt aber ein überschaubarer Vorrat. Ein Regal voller Patronen schützt nicht davor, dass der Drucker kaputtgeht.

Kaufen Sie nach Ihrem tatsächlichen Verbrauch. Je älter und unzuverlässiger das Gerät wird, desto zurückhaltender sollten Sie mit weiteren Vorräten sein.

Man muss nicht bis zum nächsten Krieg mit Tinte versorgt sein. Es reicht, wenn die nächste Patrone bereitliegt.

Der Hamster braucht seine Vorräte zum Überleben. Ihr Drucker hat sich zu seiner Lebenserwartung leider nicht verbindlich geäußert.

P.S.: Der PCDOKTOR.de in der Nordendstraße 26 in Frankfurt am Main hamstert für Sie neue Drucker in seinem Lager, dass Sie immer schnell einen für Sie vernünftigen Drucker bekommen können. Notfalls bringt der PCDoktor diesen auch vor Ort, schließt ihn an und entsorgt den alten, defekten Drucker. RUCK-Zuck!