Eine kleine Betrachtung über die Datensicherung

Der Mensch sichert vieles.

Er schließt die Haustür ab, versichert das Auto, bewahrt wichtige Papiere in Ordnern auf und steckt gelegentlich sogar einen Regenschirm ein, obwohl der Himmel noch blau ist.

Nur seine Daten sichert er nicht.

Das ist bemerkenswert.

Denn auf seinem Computer liegen inzwischen Dinge, die sich nicht wieder kaufen lassen. Fotos von Menschen, die älter geworden oder gar nicht mehr da sind. Briefe. Rechnungen. Steuerunterlagen. Adressen. Verträge. Die Diplomarbeit der Tochter. Die Bilder von der Hochzeit. Und irgendwo ein Ordner namens „WICHTIG“, dessen Bedeutung niemand mehr genau kennt, der aber auf keinen Fall verloren gehen darf.

All dies vertraut der Mensch einer kleinen Maschine an.

Und weil diese Maschine gestern funktioniert hat und heute ebenfalls funktioniert, nimmt er an, sie werde dies auch morgen tun.

Das ist ungefähr so vernünftig wie die Annahme, ein Mensch könne nicht sterben, weil er am Dienstag noch recht munter aussah.

Festplatten gehen kaputt. SSDs ebenfalls. Computer werden gestohlen. Ein falscher Klick löscht einen Ordner. Ein Schadprogramm verschlüsselt die Daten. Manchmal hilft auch Windows ein wenig mit.

Das Merkwürdige an einem Datenverlust ist sein plötzliches Auftreten.

Niemand sitzt morgens beim Kaffee und sagt: „Heute gegen halb vier werde ich vermutlich sämtliche Familienfotos seit 2007 verlieren.“

Es geschieht einfach.

Der Bildschirm wird schwarz. Der Rechner startet nicht mehr. Eine Festplatte macht ein Geräusch, das sie gestern noch nicht gemacht hat.

Und plötzlich bekommt das Wort Datensicherung einen tiefen, beinahe religiösen Klang.

Dann wird gefragt:

„Kann man da noch etwas retten?“

Manchmal ja.

Manchmal für viel Geld.

Und manchmal steht der Techniker vor einem kleinen schwarzen Kästchen und muss eine der unangenehmsten Wahrheiten unseres digitalen Zeitalters aussprechen:

Nein.

Dabei ist die Lösung von geradezu enttäuschender Einfachheit.

Von wichtigen Daten muss es mindestens eine zweite Kopie geben.

Besser noch mehrere. Zum Beispiel eine Sicherung auf einer externen Festplatte und eine weitere an einem anderen Ort oder in einer vertrauenswürdigen Cloud.

Denn auch eine Sicherungsfestplatte kann kaputtgehen. Und wenn sie ständig neben dem Computer liegt und ein Einbrecher beide mitnimmt, hat man zwar vorbildlich gesichert, aber leider für den Einbrecher.

Eine gute Datensicherung arbeitet regelmäßig und möglichst automatisch. Sie wartet nicht darauf, dass der Mensch daran denkt.

Der Mensch denkt nämlich an vieles.

Nur selten rechtzeitig.

Ein Backup ist deshalb keine technische Spielerei. Es ist eine zweite Ausgabe dessen, was einem wichtig ist.

Man braucht sie meistens nicht.

Aber wenn man sie braucht, braucht man sie sehr.

Und dann gibt es nur zwei Arten von Menschen:

Die einen haben ein Backup.

Die anderen hatten Daten.

Schon oft haben wir zu diesem wohl wichtigsten Thema der Computerei in unserem BLOG geschrieben:

Backup? Ja, das Ding, das man immer erst macht, wenn’s zu spät ist

Es lebe das Backup!

Die Bedeutung von Backups – die ungeschminkte Wahrheit

Die Bedeutung von Backups

Software-Tipp: Backup-Maker