Eine E-Mail ist kein Möbelwagen. Ein paar Dokumente oder einzelne Fotos lassen sich problemlos anhängen. Bei vielen Bildern, Videos oder umfangreichen PDF-Dateien wird es jedoch schnell eng.

Gmail und Outlook erlauben meistens Anhänge bis etwa 20 oder 25 Megabyte. Andere E-Mail-Anbieter setzen niedrigere Grenzen. Außerdem muss nicht nur Ihr eigenes Postfach mitspielen, sondern auch das des Empfängers. Eine große Nachricht kann deshalb bei Ihnen anstandslos hinausgehen – und auf der anderen Seite trotzdem nicht ankommen.

Für größere Dateien ist ein Download-Link meistens die bessere Lösung.

Große Dateien mit WeTransfer verschicken

WeTransfer ist dafür nach wie vor einer der einfachsten Dienste. Die Dateien werden zunächst zu WeTransfer hochgeladen. Der Empfänger erhält anschließend eine E-Mail mit einem Link und lädt die Dateien darüber herunter.

So funktioniert es:

  1. Öffnen Sie www.wetransfer.com.
  2. Klicken Sie auf „Dateien hochladen“.
  3. Wählen Sie die gewünschten Fotos, Videos oder Dokumente aus.
  4. Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.
  5. Tragen Sie die E-Mail-Adresse des Empfängers ein – oder lassen Sie sich nur einen Download-Link erstellen.
  6. Bestätigen Sie gegebenenfalls Ihre E-Mail-Adresse mit dem zugesandten Zahlencode.
  7. Starten Sie die Übertragung.

Der Empfänger benötigt kein eigenes WeTransfer-Konto. Er klickt lediglich auf den Link und lädt die Dateien herunter.

Ganz ohne Anmeldung geht es inzwischen allerdings nicht mehr: Seit Ende 2024 richtet WeTransfer beim ersten Versand automatisch ein kostenloses Konto ein. Dafür genügt die Bestätigung der eigenen E-Mail-Adresse. Ein Programm muss nicht installiert werden.

Was ist kostenlos möglich?

Mit dem kostenlosen WeTransfer-Konto können derzeit innerhalb von 30 Tagen bis zu zehn Übertragungen beziehungsweise insgesamt bis zu drei Gigabyte verschickt werden. Die jeweils zuerst erreichte Grenze zählt. Die kostenlosen Download-Links bleiben bis zu drei Tage gültig. Danach laufen sie ab. Die früher übliche Frist von sieben Tagen gilt für den kostenlosen Tarif also nicht mehr.

Wer häufiger oder sehr große Datenmengen verschickt, längere Download-Fristen benötigt oder Übertragungen mit einem Passwort schützen möchte, braucht einen kostenpflichtigen Tarif. Die aktuellen WeTransfer-Bedingungen können sich allerdings jederzeit wieder ändern.

Ist WeTransfer sicher?

WeTransfer verschlüsselt die Übertragung und auch die auf seinen Servern gespeicherten Dateien. Das ist ordentlich – aber keine Einladung, nun sämtliche Geheimnisse des Abendlandes hochzuladen.

Der Download-Link funktioniert im Grunde wie ein Schlüssel: Wer den Link besitzt, kann die Dateien herunterladen. Wird die Nachricht versehentlich weitergeleitet oder landet der Link beim falschen Empfänger, kann auch dieser darauf zugreifen.

Für normale Urlaubsfotos, Videos oder größere Präsentationen ist WeTransfer bequem und ausreichend. Patientenunterlagen, Ausweiskopien, Steuerunterlagen, Verträge oder andere vertrauliche Dokumente sollten zusätzlich mit einem Passwort geschützt oder auf einem sichereren Weg übertragen werden. Das Passwort gehört dann nicht in dieselbe E-Mail wie der Download-Link, sondern sollte beispielsweise telefonisch mitgeteilt werden.

Die Alternative: OneDrive, Google Drive oder Dropbox

Wer bereits Microsoft 365, ein Google-Konto oder Dropbox verwendet, kann große Dateien auch über den vorhandenen Cloudspeicher freigeben. Dabei wird keine riesige Datei per E-Mail verschickt, sondern ebenfalls nur ein Link.

Der Unterschied: Die Datei bleibt normalerweise im eigenen Cloudordner und kann dort länger bereitgestellt, verändert oder gemeinsam bearbeitet werden. Der Absender benötigt ein Konto; der Empfänger häufig nicht. Wichtig ist allerdings, die Freigabe richtig einzustellen. „Jeder mit dem Link darf bearbeiten“ ist nicht immer das, was man eigentlich wollte.

WeTransfer ist deshalb besonders praktisch für eine einmalige Übergabe: hochladen, Link verschicken, herunterladen, fertig. Für eine dauerhafte Zusammenarbeit sind OneDrive, Google Drive oder Dropbox meist besser geeignet.

Die große Datei reist also nicht mehr mit der E-Mail. Die E-Mail schickt nur noch den Abholschein.