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VLC: Der orangefarbene Kegel, der einfach funktioniert | PCDOKTOR.de

Es gibt Software, die macht Lärm.
Sie will ein Konto. Ein Abo. Eine Cloud. Eine Zustimmung. Noch eine Zustimmung. Und dann möchte sie gern wissen, was Sie gestern Abend geschaut haben.

Und dann gibt es VLC.

Diesen kleinen orangefarbenen Verkehrskegel kennt fast jeder, der schon einmal eine Videodatei öffnen wollte, bei der der Windows Media Player nur beleidigt in die Ecke geschaut hat.

„Dieses Format wird nicht unterstützt.“
„Codec fehlt.“
„Datei kann nicht wiedergegeben werden.“

Das sind Sätze, die kein Mensch an einem Sonntagabend lesen möchte.

VLC dagegen ist meistens erstaunlich humorlos: Datei reinziehen, Film läuft. Fertig.

Was ist VLC?

VLC ist ein kostenloser Medienplayer. Er spielt Videos, Musik, DVDs, Audio-CDs, Streams und viele andere Formate ab. Also genau das, was man von einem Medienplayer erwartet.

Der Unterschied ist nur: VLC macht es meistens auch.

Er kommt mit sehr vielen Formaten zurecht, darunter MP4, MKV, AVI, MOV, WMV, FLAC, MP3, OGG und viele weitere. Man muss in der Regel keine dubiosen Codec-Pakete aus dem Internet herunterladen. Und genau das ist ein großer Vorteil.

Denn „Codec-Paket kostenlos downloaden“ ist im Internet ungefähr so vertrauenswürdig wie ein Mann im Trenchcoat, der Ihnen auf dem Parkplatz eine Rolex anbietet.

Was kann VLC besser als der Windows Media Player?

Der Windows Media Player ist nicht grundsätzlich schlecht. Für einfache Musikdateien oder normale Videos reicht er oft aus. Er ist halt da. Wie das kleine Bordwerkzeug im Auto.

VLC ist eher der Werkzeugkoffer.

Er spielt deutlich mehr Formate ab, kommt besser mit älteren, exotischen oder halb kaputten Dateien zurecht und fragt nicht ständig nach Zusatzprogrammen. Besonders bei MKV-Dateien, alten AVI-Videos, Untertiteln oder Filmen von Kameras und Smartphones ist VLC oft die entspanntere Lösung.

Außerdem kann VLC mehr als nur „Play“ und „Stop“:

  • Untertitel anzeigen und verschieben
  • Tonspuren wechseln
  • Videos drehen
  • Lautstärke über 100 Prozent anheben
  • Bildschirmfotos aus Videos speichern
  • Streams und Netzwerkquellen abspielen
  • Audio- und Videodateien konvertieren
  • DVDs und ältere Filmdateien wiedergeben
  • auch auf Mac, Linux, Android und iPhone laufen

Das klingt nach Spezialwissen. Ist es aber nicht. Man muss nicht alles benutzen. Man darf auch einfach nur ein Video öffnen. Auch das ist erlaubt.

Kein Abo. Keine Werbung. Kein Schnüffeln.

Das Bemerkenswerte an VLC ist nicht nur, was das Programm kann. Sondern was es nicht macht.

VLC zeigt keine Werbung.
VLC verlangt kein Abo.
VLC will Ihnen keinen Cloudspeicher verkaufen.
VLC verfolgt nicht Ihre Sehgewohnheiten.
VLC macht aus Ihrem Filmabend kein Geschäftsmodell.

Hinter VLC steht das VideoLAN-Projekt, eine freie Open-Source-Initiative. Einer der bekanntesten Köpfe dahinter ist der französische Entwickler Jean-Baptiste Kempf. Über ihn kursiert seit Jahren die schöne Geschichte, dass er lukrative Angebote ausgeschlagen habe, um VLC werbefrei und unabhängig zu halten.

Ob jede Zahl aus diesen Geschichten bis auf den letzten Euro stimmt, ist fast zweitrangig. Der Kern stimmt: VLC ist bis heute kostenlos, offen, werbefrei und angenehm unaufgeregt.

In einer Zeit, in der sogar Taschenlampen-Apps gern Ihre Daten hätten, ist das schon fast revolutionär.

Warum empfiehlt PCDOKTOR VLC?

Weil VLC in der Praxis oft schlicht Ärger vermeidet.

Viele Kunden kommen mit alten Familienvideos, heruntergeladenen Schulungsfilmen, Handyvideos, DVD-Aufnahmen oder Dateien von irgendeinem USB-Stick. Der Windows Media Player sagt dann gern: „Nö.“

VLC sagt meistens: „Na gut.“

Das ist keine Magie. Das ist gute Software. Schlank, robust, seit Jahren bewährt.

Gerade für Senioren und normale Anwender ist VLC deshalb praktisch: weniger Fehlermeldungen, weniger Nachinstallieren, weniger Sucherei im Internet. Und weniger Gefahr, sich beim Herunterladen irgendwelcher angeblichen Codec-Wunderpakete gleich noch Reklameprogramme oder Schlimmeres einzufangen.

Wichtig: Nur von der richtigen Seite laden

VLC sollte man nur von der offiziellen VideoLAN-Seite herunterladen. Nicht von irgendeinem „Download-Paradies“, das noch drei Zusatzprogramme, zwei Browserleisten und eine Wetter-App dazulegen möchte.

Kostenlos ist schön.
Aber kostenlos von der falschen Seite kann teuer werden.

Fazit

Der Windows Media Player ist für einfache Aufgaben in Ordnung.
VLC ist für das wirkliche Leben.

Für Dateien, die nicht wollen.
Für alte Videos.
Für Untertitel.
Für DVDs.
Für Formate, die aussehen wie ein Tippfehler.
Und für Menschen, die einfach nur einen Film sehen möchten, ohne vorher Informatik zu studieren.

Der kleine orangefarbene Kegel ist eines der sympathischsten Programme im Internet.

Kostenlos. Unaufdringlich. Zuverlässig.

So etwas gibt es tatsächlich noch.