Es hört nicht auf: Immer wieder erbeuten Schockanrufer hohe Summen. Mal geht es um eine angebliche Kaution nach einem schweren Unfall, mal um ein angeblich gehacktes Bankkonto, mal um falsche Anrufe von Microsoft, Amazon oder PayPal. Die Masche ist fast immer gleich: Die Täter erzeugen Angst, setzen ihre Opfer unter Zeitdruck und verhindern, dass diese in Ruhe nachdenken oder jemanden fragen.
Besonders perfide ist der sogenannte Unfalltrick. Ein angeblicher Polizist oder Staatsanwalt behauptet, ein naher Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht und müsse sofort gegen Kaution freikommen. Dann sollen Bargeld, Schmuck oder Goldmünzen übergeben werden. In Deutschland gibt es so etwas nicht: Polizei und Staatsanwaltschaft verlangen niemals Bargeld am Telefon.
Auch Banken, Microsoft, Amazon oder PayPal rufen nicht an, um Passwörter, PINs, TANs oder Zugangsdaten abzufragen. Wer so etwas hört, sollte nicht diskutieren, keine Taste drücken und nichts erklären.
Die wichtigste Regel lautet: sofort auflegen.
Danach selbst die Polizei über 110 anrufen. Nicht zurückrufen, nicht auf angezeigte Nummern vertrauen – Telefonnummern können gefälscht sein.
Praktisch hilft außerdem: Telefonnummer aus dem öffentlichen Telefonbuch löschen lassen, Vornamen abkürzen und in der Familie ein Geheimwort vereinbaren. Denn inzwischen nutzen Betrüger sogar künstliche Intelligenz, um Stimmen von Angehörigen nachzuahmen.
Kurz gesagt:
Wenn am Telefon Angst gemacht wird, Geld verlangt wird oder alles sofort passieren soll, ist es fast immer Betrug. Auflegen ist dann keine Unhöflichkeit. Es ist Selbstschutz.
