Eine kurze Geschichte des Internets – Teil V
Manchmal vergisst man ja im Alltag, wie verrückt das alles eigentlich ist.
Sie sitzen vor einem Bildschirm. Da steht ein Wort. Vielleicht ist es blau. Vielleicht ist es unterstrichen. Vielleicht sieht es völlig harmlos aus.
Und dann klicken Sie darauf.
Zack.
Sie sind woanders.
Nicht mit dem Auto. Nicht mit der Straßenbahn. Nicht mit Lufthansa nach Singapur. Sondern sofort. In einem anderen Text. Auf einer anderen Seite. Bei einer anderen Firma. In einem Archiv. In einem Video. In einer Rechnung. In einem Formular. In einer Bedienungsanleitung für einen Drucker, der natürlich trotzdem nicht druckt. Welch ein Wunder.
Das ist der Hyperlink.
Eine der großartigsten Erfindungen der Computergeschichte überhaupt, meint der Autor dieser Zeilen.
HTML: Die Sprache hinter den Webseiten
HTML steht für „HyperText Markup Language“. Also: eine Sprache, mit der Webseiten strukturiert werden. Überschriften, Absätze, Bilder, Tabellen, Listen – all das wird mit HTML beschrieben.
HTML sagt dem Browser:
Hier kommt eine Überschrift.
Hier kommt ein Absatz.
Hier ist ein Bild.
Und hier ist ein Link.
Der Browser – also Chrome, Firefox, Safari, Edge oder was auch immer gerade geöffnet ist – macht daraus dann die Webseite, die Sie sehen.
Der Link: Eine Tür im Text
Ein Link ist im Grunde eine Tür.
Früher las man ein Buch von Seite 1 bis Seite 300. Schön der Reihe nach. Manchmal ist man eingeschlafen, manchmal nicht.
Im Internet ist das anders.
Da lesen Sie einen Satz über Venedig, klicken auf ein Wort, landen bei Casanova, von dort bei Mozart, dann bei einem alten Stadtplan, danach bei einer Pizzeria und am Ende kaufen Sie aus Versehen einen WLAN-Drucker.
So funktioniert das Netz.
Nicht linear. Sondern springend, neugierig, ungeduldig, lebendig.
Der Link macht aus Text ein Geflecht. Aus einer Seite wird ein Weg. Aus Information wird Bewegung.
Hyperlinks: Das eigentliche Wunder
Der Begriff „Hyperlink“ klingt technisch, ist aber poetisch.
Ein Hyperlink verbindet eine Information mit einer anderen. Er ist der kleine elektrische Gedankenblitz zwischen zwei Orten im Netz.
Ein Klick – und der Zusammenhang wird sichtbar.
Genau das war die große Idee des World Wide Web, erfunden von Tim Berners-Lee: Wissen sollte nicht in Schubladen liegen, sondern miteinander verbunden sein. Nicht jeder Text als einsame Insel, sondern alles als Netz.
Und dieses Netz benutzen wir heute jeden Tag.
Wenn Sie bei Google auf ein Suchergebnis klicken: Link.
Wenn Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungsbutton bekommen: Link.
Wenn Sie bei der Bank eine Freigabe machen: Link.
Wenn Sie in einer Nachricht auf „Sendung verfolgen“ drücken: Link.
Wenn Sie auf unserer PCDOKTOR-Seite einen Artikel lesen und zum nächsten Thema springen: Link.
Der Link ist der heimliche Fahrstuhl des Internets.
Ohne Links wäre das Internet ein Aktenordner
Stellen Sie sich das Internet ohne Links vor.
Eine gigantische Sammlung von Seiten, aber ohne Türen. Wie ein Hochhaus ohne Treppenhaus. Wie Frankfurt ohne Straßen. Wie ein Computerladen ohne Schraubenzieher.
Man müsste jede Adresse von Hand eintippen. Jede Seite einzeln kennen. Jeder Wechsel wäre mühsam.
Der Link macht das Internet erst benutzbar.
Er ist nicht Dekoration. Er ist Infrastruktur.
Der schöne blaue Klick
Viele Links sind blau und unterstrichen. Das ist kein Naturgesetz, aber eine Tradition. Früher sah man sofort: Aha, hier kann ich klicken.
Heute verstecken viele moderne Webseiten ihre Links in Buttons, Bildern, Symbolen oder Menüs. Manchmal sieht alles so schick aus, dass kein Mensch mehr weiß, wo man eigentlich klicken soll.
Auch das ist Fortschritt.
Also angeblich.
Trotzdem bleibt die Idee genial: Ein sichtbares Element führt zu einem anderen Ort.
Ein Klick genügt.
Aber Vorsicht: Nicht jeder Link meint es gut
Wo Licht ist, ist auch Phishing.
Denn Betrüger haben natürlich verstanden, wie mächtig Links sind. Sie schicken E-Mails, SMS oder WhatsApp-Nachrichten mit angeblichen Paketbenachrichtigungen, Bankwarnungen oder Apple-Rechnungen.
Dann steht da:
„Klicken Sie hier.“
Und genau da beginnt das Problem.
Ein Link kann zu Ihrer Bank führen. Oder zu einer gefälschten Bankseite. Ein Link kann zu Apple führen. Oder zu einer Seite, die nur so aussieht.
Darum gilt:
Nicht blind klicken.
Erst schauen.
Dann denken.
Dann klicken.
Die wichtigste Sicherheitssoftware sitzt immer noch vor dem Bildschirm.
HTML, Links und der PCDOKTOR
Wir lieben diese Technik.
Nicht, weil sie neu ist. Sondern weil sie einfach brillant ist.
HTML ist schlicht. Links sind genial. Hyperlinks sind die kleinen Sprungfedern des Wissens.
Ohne sie gäbe es keine modernen Webseiten, keine Online-Hilfe, keine Suchmaschinen in dieser Form, keine Wikipedia-Reisen um Mitternacht und keine schnelle Verbindung von einer Information zur nächsten.
Das Internet ist nicht nur Kabel, Server und WLAN.
Das Internet ist vor allem Verbindung.
Und der Hyperlink ist sein Herzschlag.
Ein Hoch auf den Link
Man darf sich ruhig einmal wundern.
Über diese kleine blaue Zeile. Über dieses unterstrichene Wort. Über diesen unscheinbaren Button.
Denn darin steckt eine der größten Ideen der digitalen Welt:
Wissen wird nicht eingesperrt.
Wissen wird verbunden.
Ein Klick – und die Welt geht weiter.
HTML baut die Seiten.
Links öffnen die Türen.
Hyperlinks machen aus dem Internet ein Netz.
Und das ist, bei aller täglichen Computerplage, immer noch ziemlich großartig.
Findet zumindest der PCDOKTOR so.
