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Sicherheitsexperte nennt Microsoft „Botnetz“

Die Software-Firma Microsoft ist für den Verschlüsselungsexperten Rüdiger Weis vergleichbar mit einem „Botnetz“ – also einem meist kriminellen Zusammenschluss verschiedener Computer, das Rechnerdienste etwa für Spam-Mails vermietet. „Die Lehrbuchdefinition für ein Botnetz lautet“, so der Professor auf dem 32. Chaos Communication Congress in Hamburg, „dass fremde Leute ohne Genehmigung auf meinem System Codes ausführen können.“ Genau das praktiziere Microsoft mit seinen automatischen Updates, weil der Nutzer Softwareänderungen allenfalls noch verzögern, aber nicht mehr verhindern könne.
Noch gravierender sei, so der Leiter des Cryptolabs in Amsterdam, dass das Unternehmen dem Anwender die Kontrolle über die eigene Hard- und Software mit Windows 10 weitgehend entzieht. Computerhersteller müssen einen Trusted-Computer-Chip installieren. „Wir übergeben damit unsere ganze Sicherheit an Microsoft“, warnte Weis. Microsoft habe damit „außer dem Erstgeborenem so ziemlich alle Rechte gefordert, die man auf einem Computer vergeben kann“, stellte Weis klar. Man könne die Sicht Microsofts „Wir machen Sicherheit besser als der Durchschnittsanwender“ zwar eventuell sogar noch nachvollziehen, es sei aber „immer kritisch, wenn Leute zu ihrem Glück gezwungen werden“. So könne man nicht mit dem Endkunden umgehen. Obendrein habe sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder herausgestellt, dass die Redmonder Softwareschrauber Sicherheit „nicht können“.
Auf dem Sündenregister von Microsoft stünden viele „handwerkliche Katastrophen“: Die Datenschutz-Einstellungen der Nutzer werden ruiniert, dubiose Updates installiert, Systeme stürzen ab, Programme laufen nicht und dergleichen mehr. Und als sei das noch nicht genug: Der Trusted Computer Chip sei ein „Traumchip für die NSA“. Damit existiere quasi ein „Generalschlüssel für alle Systeme“. Den nagelneuen Rechner könne man angesichts derart „weit klaffender Hintertüren eigentlich nur sofort einschmelzen“.

© Neues vom PCDOKTOR.de – 25. Januar 2016 – Frankfurt am Main

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