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Mit Google im Wohnzimmer kuscheln

Google rief, und viele kamen. Niemand wollte die Entwicklerkonferenz des Suchmaschinenkonzerns im kalifornischen Mountain View verpassen, bei der das Unternehmen seine Visionen von der schönen neuen Welt vorstellte. Die Hauptattraktion: ein intelligenter Lautsprecher. Der soll endlich das Haus smart und schlau machen und auf alles eine kluge Antwort wissen. Die kommt natürlich von Google und aus den Weiten des Webs. Damit will der Gigant den Alltag erleichtern – und fleißig Daten sammeln. Und damit ist auch die Frage beantwortet, die dem PCDOKTOR öfter gestellt wird: Wie finanzieren sich solche Marktverwerfungen wie kostenlose Software? Vorstellbar wäre zum Beispiel, dass Google ein selbstfahrendes Auto baut und das gratis auf den Markt schmeißt. Gratis? Nein, Sie zahlen dafür – mit Daten. Sie fahren in den McDoof um die Ecke und ordern einen MacIrgendwas mit Cola – registriert für alle möglichen Statistiken. Sie gehen shoppen, und das Auto liest die Strichcodes der gekauften Fummel. Sie surfen beim Fahren im Internet – das Gerät weiß jetzt Ihren Traumurlaub, Ihren Musikgeschmack und die Telefonnummer Ihrer Eltern. Und so geht das den ganzen Tag. Wenn Sie alle diese Daten verknüpfen und zusammen auswerten, erhalten Sie ein Bild von sich, wie es genauer kaum vorstellbar ist. Big Data nennt sich das, wenn große Datenmengen zusammengeführt werden, nicht nur Ihre eigenen, auch die Ihres Nachbarn, Ihrer Freunde, Ihrer ganzen Siedlung. Den Roman 1984 kennen einige von Ihnen noch, die bedrückende Vision von einem totalitären Staat, der alles kontrolliert. Die modernen Konzerne brauchen keinen Zwang – wir liefern Ihnen die Daten freiwillig und freuen uns auch noch über die Schnäppchen, die wir dabei machen. Bis uns die Bank sagt, dass wir nicht kreditwürdig sind, weil wir in einem Arme-Leute-Viertel leben.

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